Kirchdorf Classics 2012 – Nennzahlen analysiert

Das vorläufige Nennergebnis nach Nennschluss beträgt 1255 Startplätze und 453 Reiter. Diese Zahl wird sich durch Nachnennungen sicherlich noch ein wenig erhöhen.

Nennzahlen in Springprüfungen nach LPO übertreffen Erwartungen deutlich
Trotz Konkurrenzveranstaltung mit Schwerpunkt Springen in nächster Nähe sind im Springbereich deutliche Zuwächse zu verzeichnen. Auch Dank der Nutzung von Nennzahlgrenzen konnten wir das Angebot für Lk 4-6 weiter verbreitern, was sehr gut angenommen wurde. Dadurch ist im Springen dieses Jahr wieder „volles Programm“.

Dressurprüfungen gehandicappt durch Herpesangst
Anfang April gab es in Ohlendorf einen Ausbruch von Pferdeherpes. Die weitere Verbreitung konnte zwar schnell unterbunden werden, dennoch hat dies zu viel Verunsicherung geführt. Dazu beigetragen haben Presseberichte, die zum Teil zwei Wochen alte Nachrichten als neu verkauften und so unsinnigerweise immer wieder den Eindruck einer sich ausbreitenden regelrechten Epedemie erweckten.
Inzwischen haben die meisten Ställe ihre vorsorglich verhängte Ausgangssperren für Ihre Einsteller zwar wieder aufgehoben. Trotzt Verlängerung des Nennschluss konnte dieser Negativeffekt jedoch nicht mehr aufgeholt werden. Wir werden in der Zeiteinteilung für Kurzentschlossene in der Dressur diesmal für alle Fälle größere Puffer für Nachnennungen einplanen.

Schwache Beteiligung im WBO-Bereich
Im WBO-Bereich sind deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Hier besteht bei der Sommerausschreibung für nächstes Jahr offenbar Handlungsbedarf, um die Zielgruppe besonders in der Dressur besser anzusprechen und einen Teil der ungenutzten Kapazitäten für zusätzliche Angebote umzuschichten.

Gemischte Resonanz auf A**
Im Zuge des neuen Aufgabenheftes sind neue Prüfungsklassen hinzugekommen. Der neuen Klasse A** haben wir in unserer Ausschreibung zusätzlichen Raum eingeräumt.
Im Springen wurde A** sehr gut angenommen. In der Dressur erreicht die Nennzahl nur 50% der nächsthöheren Klasse. Entweder haben die Reiter die A**-Aufgaben noch gar nicht auf dem Radar oder die Ausschreibung zu zweit hintereinander geritten war in dieser Form unattraktiv.

A** ein Fortschritt ?
Von der FN ist A** als weitere Ausdifferenzierung vorgesehen, damit die Reiter sich die Anforderungen noch besser auf ihren Leistungsstand massschneidern kann.
Auf unserem Turnier sind zwei Kategorien von Nennern zu beobachten. Ich nenne das mal zugespitzt „a la carte“ und „all you can eat“. Die erstere Gruppe nennt 1-2 Prüfungen und nutzt A** wie von den Erfindern vorgesehen, um sich die Anforderungen genauer auf ihren Leistungstand zuzuschneidern. Also startet man auf dem eigenen Leistungsstand und kurz darüber. Hier funktioniert die Idee also wie beabsichtigt.
Die letztere Gruppe nennt dagegen alles, was erlaubt ist. Den Rekord hält dieses Jahr ein Teilnehmer mit 11 genannten Prüfungen. Ob das für die Motivation der Pferde auf die Dauer so förderlich ist, muss wohl jeder Reiter selbst für sich beurteilen. Andererseits gibt es diese Startmöglichkeiten ja auch auf anderen Turnier erst gar nicht. Sind LK 4 und 5 also möglicherweise gar regelrecht ausgehungert nach Startmöglichkeiten ?

Wie steht es mit der Gerechtigkeit ?
In den unlängst veröffentlichten Ergebnissen der Turniersportumfrage der FN wurde deutlich, viele Turnierteilnehmer wünschen sich mehr Gerechtigkeit. Wir haben uns vorgenommen, dort in Zukunft einen kritischeren Blick drauf zu werfen. Einige Fehlentwicklungen werden wir ab nächstem Jahr direkt in den Auschreibungen von vorneherein abstellen. Dazu gehören Nennungen von A-platzierten Reitern im Dressurreiter-WB und das Durchnennen von einfachem Reiterwettbewerb bis E-Dressur. Auch wenn das zusätzlichen Aufwand und im Einzelfall Ausseinandersetzungen mit verärgerten Muttis bedeutet ;-).